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Wunderbare Rettung einer Burgfrau#

Als im Jahr 1523 die Soldaten des Schwäbischen Bundes gegen Markt Berolzheim zogen, um das Schloß des Raubritters Hans von Ems zu belagern, weilte dort die Frau seines Bruders Jörg, des Amtmanns zu Burgthann. Sie war eines Kindleins genesen und noch krank und schwach. Heimlich und in großer Eile hatte sich Hans, der Raubritter, mit seinem Gefolge fortgestohlen und die Frau schutzlos zurückgelassen. Als nun die Truppen anrückten und den Bewohnern des Schlosses – ein paar Mägden und Dienerinnen - die missliche Lage bewusst wurde, schlossen sie ängstlich die Tore und flehten zu Gott um Hilfe. Da wurde ihnen von einer alten Dienerin ein unterirdischer Gang gezeigt. Durch diesen verließen sie allesamt das gefährdete Gebäude und gelangten zu einem kleineren Besitz derer von Ems, draußen vor dem Dorf, dem sogenannten Steinhaus. Dort konnten sie sich verborgen halten, bis die Kriegsleute, nachdem diese das untere Schloß zerstört und niedergebrannt hatten, wieder abzogen.

Der Hunnenstein#

In der Nähe des Berolzheimer Steinbruch, etwas abseits vom Weg, liegt ein großer Sandstein. Er heißt im Volksmund „Hunnenstein“. Der Sage nach soll unter ihm Attila begraben liegen. Nach seinem Tod in einen goldenen, silbernen und eisernen Sarg gelegt, wurde der Hunnenfürst heimlich begraben. Die Diener, die den Platz wüssten, wurden getötet; das Hunnenheer zog weiter.

Die heilige Walburgis#

Es ist schon spät am Abend. In Heidenheim sind alle Lichter gelöscht. Ruhe und Frieden liegen über dem Ort. Des Tages Arbeit ist getan, alle Mühe und Last ist von den Menschen abgefallen, und auch die Tiere geben sich der Ruhe hin. Mächtig ergebt sich das Kloster gegen den Nachthimmel. Nur in einer Zelle brennt noch Licht. Wenn wir hineinblicken, sehen wir eine hohe Freuengestalt. Sie kniet vor dem Kreuz, im Gebet versunken. Da vernimmt sie eine Stimme: „Walburgis, stehe auf! In der Burg liegt ein Kind todkrank darnieder, das einzige Knäblein des mächtigen Grafen von Truhedingen. Menschenkunst kann ihm nicht mehr helfen. Mach dich auf! Ich will dich leiten. Folge mir! Du sollst meine Macht und Herrlichkeit verkünden!“

Gedämpft hallen die Schritte der Heiligen durch die hohen Gänge und Gewölbe. Unbemerkt erreicht sie die Pforte und tritt ins Freie. Bestimmten Schrittes wandelt sie zur Burg. Als sie ans Tor klopft, stürzt ihr eine Rotte wütender Hunde entgegen. St. Walburgis aber, im Vertrauen auf Gott, betritt beherzt den Hof und siehe – die Hunde tun ihr kein Leid an. Winselnd umschmeichelnd sie die von Gott Gesandte und legen sich zu ihren Füßen nieder. Erstaunt kommt ihr der Burgherr entgegen. Walburgis aber spricht: „ Der Herr, des Dienerin ich bin und der mich heut´ zu deinem Haus geführt, hat mir ins Herz gelegt, durch mich dein Kind der bösen Krankheit zu entreißen, wenn du mit deinen ganzen Kräften glaubst, dass er der Arzt der Ärzte ist. Nur er allein, der Mächtigste, kann helfen, wenn es ihm beliebt.“

Ungeachtet seines Ranges führt der Burgherr Walburgis selbst ins Gemach des kranken Knaben und lässt sie allein. Die Heilige legt die Hände auf das Haupt des Kindes und betet inbrünstig. Da wird die Gewalt des Siechtums gebrochen, des Fieber lässt nach, und das Kind fällt in einen sanften Schlummer, aus dem es genesen am frühen Morgen erwacht. Der mächtige Herr, von dem Wunder bezwungen, ruft seine Diener herbei, um der Heiligen reiche Geschenke zu Füßen zu legen. Sie aber lächelt hold: „Was soll mir das alles? Ich selbst bin reich, da Gott ich Vater nennen darf. Er ist´s, der dieses Wunder hat vollbracht. Beschert die Armen und Bedürftigen mit Gaben, die ihr selbst von Gott empfangen habt!“ Die Wunderheilung bewegte den Burgherrn tief im Herzen, und er ließ alsbald sich und sein ganzes Haus taufen. Sie erscholl in der ganzen Gegend und viele wurden gläubig. – Walburgis beendete ihr gesegnetes Leben im Fraunkloster zu Heidenheim und wurde auch dort begraben. Später wurden ihre Gebeine erhoben und nach Eichstätt in den Walburgiskirche gebracht. Aus dem Stein aber, auf welchem sie ruhen, quillt das heilige Walburgisöl, dessen klare Tropfen sich in vergoldeten Schalen sammeln und dem eine heilsame Wirkung zugeschrieben wird. – Der Sage nach sollen Heidenheim, Auhausen und Heilbronn von drei Geschwister gegründet worden sein. Heidenheim von der heiligen Walburgis, Auhausen vom heiligen Oswald und Heilsbronn vom heiligen Willibald. Diese drei Heiligen reisten miteinander und hatten einen Esel bei sich, welcher die Quellen in den drei Orten fand. Der Weisung des Tieres folgend gründeten sie an den drei Stätten Klöster. –

In Heidenheimn wird heute noch der „Heidenbrunnen“ gezeigt, mit dessen Wasser die ersten Christen getauft worden sein sollen. Früher nannte man ihn den „Schönbrunnen“.—

Auch auf dem Weg von Eichstätt nach Heidenheim führten Wunibald und Walburgis ihr Beherungswerg fort. Heute noch kann man einen alten Brunnenschacht sehen – im „Veitensgrubers Garten“ bei Markt Berolzheim -, der allgemein als das „Walburgisbrünnlein“ bezeichnet wird.

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« This particular version was published on 25-Apr-2008 17:00 by MaxHeinrichmeyer.