Jubiläum

Die Eisenbahn zwischen Gunzenhausen und Ansbach wurde am 1.Juli 1859 eröffnet und feierte somit im Juli 2009 sein 150jähriges Bestehen. Hierzu pendelte unter Regie des Bayerisches Eisenbahnmuseums Nördlingen ein 01-bespannter Eilzug insgesamt vier mal zwischen der Residenz- und der Altmühlstadt. Der Fahrgastfahrband ProBahn trat in einem gemeinsamen Infostand mit der Stadt Ansbach auf und informierte über die Bahn und die Touristik vor Ort. Untermalt wurde die Ankunft des Dampfzuges mit einem Empfang durch den Spielmannszug der Ansbacher Rokkokofestspiele. Außerdem erschein eine ausführliche Festschrift zum Bahnhof Ansbach bzw. zur Strecke Ansbach-Gunzenhausen.





Allgemeines

Ansbach ist Eisenbahnknotenpunkt der Hauptstrecken Würzburg-Treuchtlingen(-München) und Nürnberg-Crailsheim(-Stuttgart). Den ersten Anschluss erhielt Ansbach 1859 nach Gunzenhausen zur „Ludwig-Süd-Nord-Bahn“ (Hof-Nürnberg-Augsburg-Lindau). 1864 folgte der Würzburger Abschnitt. Nach Nürnberg und Crailsheim ging es ab 1875. Ansbach war bis 1969 eigenständiges Bw, vornehmlich kleinerer Lokomotiven aus dem Dampf- und Dieselbereich. Auch heute besitzt Ansbach noch hohes Verkehrsaufkommen, ist IC-Haltepunkt und besitzt noch eigene Güterabfertigung. Die nördliche Einfahrt teilen sich die Streckenäste aus Würzburg und Crailsheim, die südliche die aus Nürnberg und Treuchtlingen.

Literaturempfehlung

150 Jahre Eisenbahn in Ansbach - Festschrift zum Streckenjubiläum Ansbach-Gunzenhausen vom Fahrgastverband ProBahn
Unter diesem Titel erschien zum Jubiläum im Juli 2009 eine 34seitige Festschrift, die mit zahlreichen Abbildungen (teilweise in Farbdruck) illustriert ist. Sie geht auf Bahnhof und Betriebswerk Ansbach ebenso ein wie auf die Jubiläumsstrecke mit all ihren Bahnhöfen. Enthalten sind auch mögliche Konzepte zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Ansbach-Treuchtlingen.
Herausgeber: ProBahn-Mittelfranken, Verlag: Kempf-Druck, Ansbach.
Bezugsmöglichkeiten: Ab Juli 2009 war die Festschrift in den Bahnhofsbuchhandlungen Ansbach, Gunzenhausen und Treuchtlingen erhältlich. Sie kann auch direkt bei ProBahn-Mittelfranken oder (als Privatverkauf) bei steffenseiter@vr-web.de bezogen werden.


Streckenentwicklung

Guzenhausen-Ansbach - die Jubiläumsstrecke

Gunzenhausen hatte seit 1849 bereits Anschluß an die erste Fernbahn Bayerns, der Ludwig-Nord-Süd-Bahn (Hof-Nürnberg-Augsburg-Lindau) erhalten. Daher baute die Stadt Ansbach auf eigene Rechnung eine Anschlußbahn von Ansbach nach Gunzenhausen. Als topographisch schwierig erwies sich der Bau aus dem Rezattal auf die Hochebene südlich von Ansbach, weshalb ein weiter Bogen über Winterschneidbach - der ersten Zwischenstation - erforderlich war. Von dort aus ging es relativ eben ins obere Altmühltal über die weiteren Bahnhöfe Triesdorf und Altenmuhr (heute Muhr am See) nach Gunzenhausen. Um dort an die in Ost-West-Richtung ausgelegte Ludwigsbahn anzuschließen, mußte ebenfalls in einen weitläufigen Bogen trassiert werden.

Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen (KBS 415/920) - die Verlängerung

Die Stichbahn Gunzenhausen-Ansbach wurde stetig in nördlicher und südlicher Richtung ergänzt. Würzburg-Ansbach wurde am 1.6.1864 eröffnet. Die Strecke war beim Bau aufgrund der topographischen Verhältnisse herausfordernd, galt es doch, Höhendifferenzen zwischen Main, Frankenhöhe und Rezat zu überwinden. Aufwendige Trassierungen sind auch heute noch bei Marktbreit und zwischen Steinach und Burgbernheim gut zu erkennen. Fünf Jahre später, 1869, wurde dann der Abschnitt Gunzenhausen-Treuchtlingen dem Verkehr übergeben. Damit war die neue Hauptstrecke Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen komplett fertiggestellt. Der Südabschnitt Ansbach-Gunzenhausen-Treuchtlingen wird auch als "Altmühlbahn" bezeichnet. Die Fahrzeuge wurden von den Betriebswerken Würzburg, Ansbach und Treuchtlingen (bis zu deren Auflösungen) gestellt. 1965 wurde die Strecke elektrifiziert. Bis heute hat die Strecke Bedeutung, insbesondere für den Güterfernverkehr und Personenregionalverkehr. Auch als Umleitungs- und Entlastungsstrecke für Nürnberg/Fürth wird der Abschnitt Würzburg-Ansbach genutzt. Der Personenfernverkehr wurde jedoch reduziert, da viele ICEs die Neubaustrecke Ingolstadt-Nürnberg befahren. Ein IC-Paar und 2stündige ICEs befahren 2009 noch die Strecke.


heutige Nordeinfahrt des Ansbacher Bahnhofes

Crailsheim-Ansbach-Nürnberg (KBS 420/786) - die Ost-West-Route

Der Gesamtverkehr wurde nach mehreren Teileröffnungen am 1.6.1875 eröffnet. Von Beginn an wurde diese Strecke als Hauptbahn konzipiert, da militärstrategisch von Bedeutung. In der Reichsbahnzeit erlebte die Strecke ihre größte Blüte, zum normalen Verkehr kamen Luxus- und Kurierzüge hinzu. Nach dem Krieg wurde die Strecke degradiert, die Bundesbahn richtete sich mehr auf den Nord-Süd-Verkehr aus, nicht mehr auf Ost-West. Die Betriebswerke Crailsheim, Ansbach (bis zu deren Auflösungen) und Nürnberg stellten die Fahrzeuge, auch Heilbronner und Stuttgarter Loks kamen nach Ansbach. 1972 wurde die Relation Nürnberg-Ansbach, 1985 Ansbach-Crailsheim elektrifiziert. Erst ab 1991 wurde die Strecke durch die Inter-Regio-Linie Nürnberg-Karlsruhe (heutige IC-Linie) wieder aufgewertet. Der Streckenast nach Crailsheim wird zweistündlich im Regionalverkehr bedient, Güterzüge nutzen den Abschnitt nur in bescheidener Anzahl. Der Streckenast nach Nürnberg wird aufgrund des verdichteten Regionalverkehrs stärker befahren. Bis 2010/11 wird dort auf S-Bahn-Betrieb umgestellt sein. Der Abschnitt dient (wie Ansbach-Würzburg) auch als Umleitung für Güterzüge der Relation Nürnberg Rbf-Würzburg.


Nachkriegsfahrplan der KBS 420 aus dem Jahr 1947.

Nebenbahnen der Region (KBS 411f/912/12990, 420b/922, 415a/806, 415b/922, 415b, 415c, 416b, 420c) - zahlreich und weitläufig

Obwohl nicht direkt an Ansbach angebunden, hatten Bahnhof und Bw auch die Verkehrslast zahlreicher Nebenbahnen der Region zu tragen. Die Strecken Windsbach-Wicklesgreuth und Bechhofen-Leuthershausen-Wiedersbach wurden betrieblich direkt von/nach Ansbach gefahren. Der Militäranschluß Wicklesgreuth-Katterbach wurde ebenfalls von Ansbach bedient. Außerdem waren die Linien Dombühl-Steinach, Steinach-Neustadt(Aisch), Neustadt(Aisch)-Demannsfürth-Ühlfeld sowie teilweise Ochsenfurt-Creglingen/-Weikersheim und Pleinfeld-Nördlingen dem Ansbacher Bw angeschlossen. Ansbacher Bw-Außenstellen bzw. Lokbahnhöfe gab es daher in Gunzenhausen, Rothenburg (o.d.Tauber), Bad Windsheim, Windsbach und Bechhofen.

V36 112 bediente den US-Militäranschluß Katterbach.

Anhänge

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KBS420-1947.jpg Info on KBS420-1947.jpg 149270 bytes
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